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Berufserkrankungen der Haut
3. April 2007 - Dr. Jens Meyer

Wer sich häufig und intensiv die Hände waschen muss, wer tagtäglich mit Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln oder gar Chemikalien hantiert, dessen Hautgesundheit ist in Gefahr. Das gilt auch für alle, die am Arbeitsplatz stundenlang Handschuhe tragen müssen. Das feuchte Milieu stört und schädigt den natürlichen Fettsäureschutzmantel der Haut: Hauteigene Lipide werden regelrecht „ausgewaschen“, der pH-Wert der Hautoberfläche steigt an. Die Haut verliert verstärkt Feuchtigkeit, trocknet aus, wird spröde und rissig und noch empfindlicher für Hautirritationen. Vor allem am Handrücken und in den Fingerzwischenräumen kann sich ein gerötetes, entzündliches irritatives Abnutzungsekzem entwickeln, erklärt Dr. Sebastian Biltz, Hautarzt aus München. Manchmal bilden sich Bläschen, die Haut juckt und nässt. Tiefe Rhagaden können entstehen. Die Barrierefunktion der geschädigten Haut ist gemindert, so dass sie anfälliger wird für Infektionen mit Bakterien oder Hautpilzen. Auch irritierende Substanzen können leichter eindringen und zu einer Sensibilisierung führen: Eine Kontaktallergie kann sich entwickeln.

„Kommt ein Kontaktekzem nicht mehr zur Ruhe, kann dies bis zur Berufsunfähigkeit führen“, berichtet Biltz, der als Hautarzt Spezialist für Berufserkrankungen der Haut ist. Gefährdet sind vor allem sogenannte Feuchtberufe wie Friseur oder medizinische Assistenzberufe, Bäcker und Metzger, aber auch Hausfrauen. Wer ohnehin zu allergischen Erkrankungen und Hautekzemen neigt, ist besonders anfällig. „Die Prävention muss daher schon im Jugendalter mit einer fundierten Berufsberatung beim Hautarzt ansetzen“, betont Biltz. Personen mit Neurodermitis beispielsweise sollten keinesfalls einen Feuchtberuf ergreifen. Um ekzematösen Hautveränderungen vorzubeugen, empfi ehlt der Dermatologe einen konsequenten Hautschutz in den beruflichen Alltag zu integrieren. Hautärzte und Berufsgenossenschaften gemeinsam haben für besonders gefährdete Berufsgruppen so genannte Hautschutzpläne entwickelt. Wie Biltz betont, sind spezielle Hautschutzsalben besonders wichtig, die nach einem individuellen Pflegeschema angewendet werden und die Hautbarriere unterstützen. Je nach Hautzustand wird eine medikamentöse Behandlung erforderlich. Neben Kortison-haltigen Salben und Cremes, die vorübergehend bei akuten Entzündungen eingesetzt werden, haben sich auch Gerbstoff-, Ichthyol- oder Teer-haltige Präparate bewährt. Besteht der Verdacht auf eine Kontaktallergie, wird der Hautarzt die möglichen Auslöser austesten. „Die identifizierten Allergene müssen dann unbedingt gemieden werden“, betont Biltz. „Ist bereits eine beruflich bedingte Dermatose aufgetreten, übernimmt die zuständige Berufsgenossenschaft die Kosten für eine präventive Hautschutzbehandlung und die medizinische Versorgung, um ein Fortschreiten der Hauterkrankung zu verhindern“, berichtet der Experte. „Umschulungen und Berufswechsel versucht man heute - soweit medizinisch vertretbar – zu vermeiden. Ziel ist es, Patienten trotz beruflich bedingter Hauterkrankung mit fachärztlicher Kompetenz in ihrem Beruf zu halten“.

Tipps vom Hautarzt zur Stärkung der Barrierefunktion der Haut

- Hände so mild wie möglich reinigen und sorgfältig abtrocknen.
- Regelmäßig mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Präparaten pflegen.
- Arbeitsabläufe möglichst „hautfreundlich“ organisieren, Hände möglichst trocken halten.
- Die Hände vor hautreizenden Substanzen schützen, Arbeitshandschuhe nicht länger als nötig tragen.
- Hautschutzsalben bilden eine effektive Barriere gegen Hautirritationen.
- Bei allergischen Hautreaktionen Auslöser unbedingt meiden.
- Bilden sich Ekzeme, Rat bei einem Dermatologen einholen, um weiteres Fortschreiten zu verhindern.

Quelle: hautInform März 2007 - Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

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