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Hautschutz für Heimwerker
4. Juni 2007 - Dr. Jens Meyer

Endlich den Keller fliesen, frische Farbe für die Küche, das Dach neu dämmen: Herausforderungen für jeden Heimwerker – auch für Haut und Hände. „Hobby-Handwerker sind oft unerfahren im Umgang mit hautgefährdenden Materialien und verfügen über keine ausreichende Schutzausrüstung“, weiß der Duisburger Hautarzt Dr. Arno Köllner. Wer in Haus, Garten und Garage werkelt, sollte sich beim Dermatologen über den richtigen Hautschutz beraten lassen. Insbesondere, wenn zusätzlich eine Empfindlichkeit der Haut bei Neurodermitis besteht.

„Epoxidharze zählen heute zu den wichtigsten Allergie-auslösenden Substanzen im Heimwerkerbereich“, berichtet Köllner. Epoxidharze finden sich in zahlreichen Produkten aus dem Baubedarf: in Zwei-Komponenten-Klebstoffen, beispielsweise Fliesenklebern, in Spachtelmassen ebenso wie in Verputzmaterialien, Schutzanstrichen oder Modellabgussmassen. „Epoxidharze haben ein hohes Allergiepotential“, erklärt Köllner. Bei intensivem Hautkontakt kann es sehr schnell zu einer Sensibilisierung und bei wiederholter Berührung mit der Substanz schließlich zu allergischen Hautreaktionen kommen. Vor allem an den Händen kann sich eine Kontaktdermatitis entwickeln: Die Haut rötet und entzündet sich, juckt und brennt. Dämpfe und Schleifstäube können auch an Gesicht und Hals zu allergischen Reaktionen führen. Die Schleimhäute und Atemwege sind laut Köllner seltener betroffen. Eine Gefahr für die Haut sind auch Glas- und Steinwolle, wie sie für Dämmstoffe verwendet werden. Glasfaserverstärkte Textilien werden beispielsweise im Automobilbereich eingesetzt. Solche Materialien lösen zwar selten Allergien aus, können jedoch zu massiven Hautreizungen führen: „Feinste Mikrosplitterchen können sich regelrecht in die Haut einspießen“, veranschaulicht Köllner das Problem. Es kann zu einer sogenannten Glasfaserdermatitis kommen, die sich in Form von Rötungen und Pickelchen mit begleitendem Juckreiz bemerkbar macht. Glasstäube können zudem die Atemwege reizen. Geradezu „ein Klassiker“ ist der Zementbrand: Während sich Maurer heute in der Regel durch eine entsprechende Ausrüstung schützen, kommt es bei Heimwerkern immer wieder zu Verätzungen beispielsweise an den Knien, wenn Estrich gelegt wird.

Als „Katastrophe für die Haut“ bezeichnet Köllner auch zahlreiche Reinigungsmaßnahmen: Farbe an den Fingern wird nicht selten mit Lösungsmittel abgewischt, so mancher Hobbyschrauber entfernt Motoröl an den Händen mit Testbenzin. Handwaschpasten schmirgeln den Fett- und Säureschutzmantel der Haut regelrecht ab und schädigen die Barrierefunktion, so dass die Haut für hautreizende und allergene Stoffe noch empfänglicher wird. Patienten mit Hautreizungen oder einer allergischen Kontaktdermatitis versorgt Köllner je nach Bedarf mit den entsprechenden Hautsalben, die zur Abheilung akuter Entzündungen auch einmal Kortison enthalten können. Vor allem aber berät der Hautarzt den Hobby-Handwerker ausführlich über die Möglichkeiten des individuellen Hautschutzes.

Tipps vom Hautarzt: Hautschutz für Heimwerker

- Produkte für den Heimwerkerbedarf stets genau nach Gebrauchsanweisung anwenden und nicht ohne die empfohlene Schutzausrüstung werkeln.
- Geschlossene Schutzkleidung sowie Handschuhe tragen und regelmäßig wechseln, um Rückstände zu vermeiden.
- Beim Einsatz von Epoxidharzen z.B. nitrilbeschichtete Trikothandschuhe verwenden. Die üblichen Leder-Stoff- Arbeitshandschuhe sind ungeeignet!
- Vor Tätigkeiten, bei denen Handschuhe nicht praktikabel sind, zumindest eine spezielle Schutzcreme auftragen – das erleichtert auch die anschließende Reinigung der Hände.
- Milde Hautreinigungsmittel verwenden. Wenn Waschpasten zwingend notwendig sind, lösemittelfreie Produkte (beispielsweise mit Walnussschalenmehl) einsetzen.
- Anschließend die Pflegecreme nicht vergessen, um die Regeneration der Haut zu unterstützen.

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