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Neue Behandlungsstrategien bei beruflich bedingten Hauterkrankungen
4. März 2008 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Beruflich bedingte Hauterkrankungen (Berufsdermatosen) gehören zu den häufigsten Ursachen eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und zeitweiser Berufsunfähigkeit. Die Häufigkeit von Handekzemen liegt in bestimmten Berufsgruppen bei über 50%. Häufig betroffen sind Krankenschwestern, Laboranten oder Friseure. Besonders gefährdet sind vor allem Personen, die an einer Neurodermitis oder Neurodermitis-Neigung leiden. Die therapeutischen Möglichkeiten sind bisher jedoch beschränkt. Die Wichtigkeit einer guten Basispflegecreme mit physiologischem Lipidanteil wird jedoch noch immer unterschätzt.

Zur Behandlung von Berufsdermatosen stehen bislang 3 klassische Therapieansätze zur Verfügung, die Prof. Dr. med. Swen Malte John aus Osnabrück im Rahmen eines Kongresses vorstellte: eine UV-Lichtbehandlung, äußerliches und innerliches Kortison, und Tabletten zur Unterdrückung des Immunsystems. Die UV-Therapie muss jedoch in spezialisierten Praxen durchgeführt werden, und Kortison kann sowohl in der äußerlichen als auch innerlichen Langzeittherapie schwere Nebenwirkungen auslösen. Hierzu gehört nach neuesten Erkenntnissen auch die Störung des Aufbaus der Hautbarriere. Diese Störung kann zum Teil schon nach wenigen Tagen äußerlicher Kortisonbehandlung auftreten.

Eine neue Möglichkeit zur Behandlung von Berufsdermatosen könnte der Einsatz von Tacrolimus Salbe sein. Zwar ist der Wirkstoff bislang nur für die Behandlung mittlerer bis schwerer Neurodermitis zugelassen, erste Erkenntnisse zeigen aber einen positiven Effekt auch bei Berufsdermatosen. Prof. Dr. med. Peter Elsner, Jena, stellte eine offene, prospektive Multicenter-Studie mit 29 Patienten vor, in der die Effektivität von Tacrolimus Salbe (0,1%) bei Ekzemen an der Hand untersucht wurde. Die Salbe wurde 2 mal täglich über mindestens 4 Wochen aufgetragen, gefolgt von einer anschließenden 2-monatigen Beobachtungsphase. Zusätzlich konnten die Patienten Alfason Repair zur Hautpflege nutzen. Bereits nach 2 Wochen zeigte sich eine signifikante Besserung gegenüber dem Ausgangsstadium. Bis zur Endbewertung besserte sich das Krankheitsbild kontinuierlich. Elsner berichtete, dass über 50% der Patienten geheilt werden konnten oder zumindest eine deutliche Besserung erfahren hatten. An therapiebedingten Nebenwirkungen traten lediglich Brennen, Jucken und Rötung auf. Prof. Elsner sprach von einem vielversprechenden Ergebnis, insbesondere weil so die Langzeitnebenwirkungen des Kortisons umgangen werden können. Zu beachten sei lediglich, dass bei Tacrolimus-Anwendung auf eine eingeschränkte UV-Lichtexposition (Sonne, Solarium etc) zu achten sei. Eine größere Studie solle in Zukunft noch weitere Erkenntnisse liefern.

Die Regeneration einer gestörten Hautbarriere, wie z.B. bei Neurodermitis oder einem Kontaktekzem, bedarf eines mehrschichtigen Behandlungsansatzes mit einer guten Basishautpflege, berichtete Privatdozent Dr. med. Joachim Fluhr aus Jena auf dem Kongress. Neue Forschungsergebnisse belegen die Wichtigkeit einer intakten Hautbarriere für die Bekämpfung dieser Krankheiten. Eine ideale Hautcreme erfüllt 3 Funktionen: den Erhalt bzw. Regeneration der Haut, die Rückführung von Wasser und die Normalisierung der Lipidbildung in den tieferen Hautschichten. Vergleichsstudien mit verschiedenen Hautpflegeprodukten haben belegt, dass Cremes mit physiologischen Lipidanteilen (also Ceramid 3, Cholesterol, freie Fettsäuren in einem Verhältnis von 1:1:1) einen signifikanten Regenerationseffekt bei Neurodermitis und allergischen Kontaktekzemen haben. Als ein sehr effektives Produkt, das diese Bedingungen erfüllt, nannte Dr. Fluhr Alfason Repair. Die Bedeutung einer physiologischen Basispflege wird laut Dr. Fluhr allerdings noch immer unterschätzt. Ein geeignetes Haut-Pflege-Programm sollte immer grundlegender Bestandteil der Therapie sein.

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