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Alle Jahre wieder - Allergien in der Weihnachtszeit
15. Dezember 2008 - Prof. Bodo Melnik

Was wäre Weihnachten ohne Nuss und Mandelkern, ohne duftende Orangen und Mandarinen, ohne festliche Tafelfreuden? Für Allergiker können die leckeren Verlockungen allerdings fatale Folgen haben, warnt Prof. Dr. Bodo Melnik, Dermatologe aus Gütersloh. Beim Naschen vom bunten Teller kribbelt ́s plötzlich an Lippen, Mund oder Rachen, die Schleimhäute schwellen an. Mediziner sprechen dann von einem oralen Allergiesyndrom. Atemnot kann hinzukommen. Minuten oder auch Stunden später kann sich eine Nesselsucht (Urtikaria) entwickeln: die Haut ist übersät mit heftig juckenden Quaddeln. Blähungen und Durchfall sind weitere typische Beschwerden bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. In seltenen, schweren Fällen kann es zu Kreislaufstörungen bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Sehr häufig sind Haselnüsse die Ursache einer solchen Nahrungsmittelallergie. Sie sind aus der Weihnachtsbäckerei nicht wegzudenken, aber auch Schokolade kann mit Nussmehl kontaminiert sein. „Schon Spuren können genügen, um Beschwerden auszulösen", betont Prof. Dr. Bodo Melnik.

Personen mit Neurodermitis und Pollenallergien besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind Pollenallergiker, warnt der Hautarzt: Wer beispielsweise zur Blütezeit von Hasel, Birke und Erle unter Heuschnupfen leidet, entwickelt nicht selten eine sogenannte Kreuzallergie auf Haselnüsse oder Äpfel. Beifußpollen-Allergiker sollten bei den jetzt beliebten Weihnachtsgewürzen wie Zimt, Anis und Koriander vorsichtig sein. Gras- und Getreidepollen-Allergien können mit einer Kreuzallergie gegen das entsprechende Getreide oder Hülsenfrüchte einhergehen. Auf Erdnüsse –botanisch keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte - können die Reaktionen besonders heftig sein, berichtet Melnik.

Der Festtagsschmaus mit Krabben oder Garnelen kann ebenfalls unangenehme Folgen haben: Hausstaubmilben-Allergiker haben nicht selten eine Kreuzallergie auf Krustentiere. Wenn der Rotwein oder der voll ausgereifte Käse zum Nachtisch ein Kribbeln und Jucken in Mund und Rachen auslöst, handelt es sich um keine „echte" Allergie, erklärt Melnik: Manche Lebensmittel enthalten beträchtliche Mengen Histamin, die zu einer Allergie ähnlichen Reaktion führen, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Bei einer Nahrungsmittelallergie kommt es zu immunologischen Fehlreaktionen auf Inhaltstoffe einer Speise. Das Abwehrsystem schätzt diese fälschlicherweise als gefährlich ein und produziert spezifische Antikörper dagegen. Antikörper sind Eiweißstoffe mit einer maßgeschneiderten Oberflächenstruktur, die genau auf die Oberflächenproteine - die Allergene – des Fremdstoffs passen. Nach einer solchen Sensibilisierung können bei weiteren Kontakten die Antikörper an ihren Allergenen andocken und setzen Abwehrprozesse in Gang, um den „Eindringling" unschädlich zu machen. Diese im Kampf gegen Krankheitserreger sinnvollen, hier aber unnötigen überschießenden immunologischen Reaktionen führen zu den typischen allergischen Beschwerden. Kreuzallergien lassen sich durch Ähnlichkeiten in der Struktur der Allergene erklären: „Passen" beispielsweise Antikörper gegen Birkenpollenallergene auch auf Allergene, die die botanisch verwandten Äpfel tragen, kann der Verzehr der Früchte ebenfalls zu allergischen Symptomen führen.

Auch für Menschen mit Neurodermitis (atopisches Ekzem) kann die Weihnachtszeit unliebsame Überraschungen mit sich bringen: Ein atopisches Ekzem kann sich beispielweise durch die im Advent beliebten Zitrusfrüchte wie Orangen oder Mandarinen verschlimmern. Ursache sei jedoch nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, eine Vitamin-C-Intoleranz, sondern vielmehr eine Irritation durch die ätherischen Öle in der Schale, erklärt Melnik. Wer ohnehin mit einer empfindlichen Haut vorbelastet ist, sollte auch bei Weihnachtsgeschenken aufpassen, empfiehlt der Allergologe: Die schicken Lederhandschuhe können aufgrund von Farb-, Imprägnier- oder Gerbstoffen zu Kontaktallergien an der Haut führen, ebenso wie die neue Festtagsbluse, wenn sie vor dem ersten Tragen nicht gewaschen wird. Auch Duftstoffe in Parfüms oder Kosmetika sind häufige Kontaktallergene.

Übrigens: Hektik und Stress, die alle Jahre wieder die Weihnachtszeit bestimmen, zählen zu wichtigen Provokationsfaktoren beim atopischen Ekzem – die Festtage also möglichst gemütlich angehen lassen!

Tipps vom Hautarzt: Auslöser meiden!

- Bei allergischen Symptomen nach dem Essen Mund und Racchen gründlich mit viel Wasser ausspülen.
- Bei Atemnot und Kreislaufproblemen rasch einen Arzt aufsuchen – wenn zwischen den Jahren viele Praxen geschlossen haben, direkt in die Klinik fahren!
- Die Auslöser einer Nahrungsmittelallergie künftig meiden. Mögliche Kreuzreaktionen beachten!
- Nach den Feiertagen bei einem auf Allergologie spezialisiertem Hautarzt abklären lassen, ob und welche Nahrungsmittelallergien vorliegen und gegebenenfalls entsprechende therapeutische Maßnahmen ergreifen. Bei heftigen Beschwerden einen Allergiepass und eventuell Notfallmedikamente verordnen lassen.

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