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Forschungserfolg zur Vererbung der Neurodermitis
8. April 2009 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und der Charité in Berlin haben mit Forschern der Technischen Universität München und der Universität Kiel eine Genvariante auf Chromosom 11 identifiziert, die das Risiko für Neurodermitis erhöht. In einer großen klinischen Studie untersuchten sie das Erbgut von über 9600 Teilnehmern aus Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik. "Mit unseren Ergebnissen werfen wir ein neues Licht auf die Entstehung der Krankheit", so Prof. Young-Ae Lee (Charité, MDC). Sie hofft auf neue Ansatzpunkte für eine gezieltere Therapie dieser chronischen Hauterkrankung.

In den Industrieländern sind etwa 15 Prozent der Kleinkinder von einer Neurodermitis betroffen. In den meisten Fällen tritt die Erkrankung bereits in den ersten Lebensmonaten auf und für viele betroffene Kinder beginnt damit eine Laufbahn mit Allergien, die in späteren Lebensjahren in Heuschnupfen oder Asthma münden können. Wie es zum Ausbruch der Neurodermitis kommt, ist bislang nicht vollständig geklärt. Fest steht, dass die erbliche Veranlagung eine wesentliche Rolle dabei spielt. Daher haben die Wissenschaftler unter den über 9 600 Teilnehmern das Erbgut von 3 011 Studienteilnehmern genauer unter die Lupe genommen. Darunter waren Kinder und Erwachsene mit Neurodermitis, Gesunde, sowie ganze Familien, in denen mindestens zwei Geschwister an Neurodermitis erkrankt sind. Die Forscher durchmusterten das gesamte Erbgut, um Veränderungen zu finden, die besonders häufig bei Neurodermitis-Patienten auftreten.

Dieselbe Variante auf Chromosom 11 tritt auch bei Patienten mit Morbus Crohn, einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, gehäuft auf. Das deutet auf einen neuen gemeinsamen Krankheitsmechanismus hin, der zu chronischer Entzündung verschiedener Organe führen kann. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse zu einer verbesserten Therapie der Neurodermitis beitragen.

Quelle: Barbara Bachtler, Pressestelle Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, http://www.mdc-berlin.de

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