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Tattoos als Reisesouvenir bergen Risiken
7. August 2010 - Dr. Andreas Jesper

Was als Urlaubslaune beginnt, kann ein „Bund fürs Leben“ werden – nicht selten unfreiwillig: Wer sich ein Tattoo als Reisesouvenir stechen lässt, läuft Gefahr, auch eine Allergie oder Infektion mit nach Hause zu bringen, die ihn lebenslang begleiten kann. Und wenn man ein Tattoo wieder loswerden möchte, kann einen das teuer zu stehen kommen. Über die Ästhetik von Tätowierungen kann man geteilter Meinung sein. Doch unbestritten sei, dass es sich bei Tattoos keineswegs um „harmlosen“ Körperschmuck handelt, betont Dr. Andreas Jesper vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

Infektionen und Allergien

Schon das Stechen eines Tattoos birgt Risiken, erklärt der Hautarzt aus Lüdenscheid. Hygienestandards, die für uns als selbstverständlich gelten, sind in vielen Ländern der Erde ein Fremdwort. Wer sich im Urlaub auf irgendeinem Basar tätowieren lässt, läuft durchaus Gefahr, sich eine Hepatitis oder eine HIV-Infektion einzufangen. Henna, das beispielsweise in der Türkei oder in Marokko gerne für Körperbemalungen verwendet wird, ist nicht selten mit Paraphenylendiamin gemischt, das eine massive Allergie auslösen kann, die lebenslang bestehen bleibt.Manche der Farben, die beim Tätowieren in die Haut gestochen werden, enthalten giftige Autolacke oder Schwermetalle. Auch Azofarbstoffe finden sich, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. In seltenen Fällen kann sich eine Allergie auf eine Tätowierfarbe entwickeln. Unter Sonneneinfluss kann es zu chemischen Reaktionen von Farbpigmenten kommen, die zu Störungen des Immunsystems führen können.

Entfernung der Tattoos oft aufwändig und kostspielig

Gerade Tattoos, die aus einer Urlaubslaune heraus entstanden sind, möchte man später nicht selten wieder loswerden – vielleicht weil im neuen Job Tätowierungen unerwünscht sind oder weil der eintätowierte Name des Verflossenen stört. Eine Tattooentfernung sei jedoch zeitaufwendig, schmerzhaft und auch kostspielig, betont Andreas Jesper. Hautärzte setzen vorrangig gütegeschaltete Lasersysteme ein, die mit Licht in den Komplementärfarben zu den Tätowierungsfarben arbeiten. Damit werden die Farbpigmente des Tattoos zersprengt, so dass sie von den Fresszellen der Haut abtransportiert werden können, und der Körperschmuck verblasst. Bei richtiger Anwendung in der Hand eines Hautarzt-Laserexperten lassen sich Tätowierungen in vielen Fällen narbenlos entfernen, erklärt Dr. Jesper. Bei manchen Tatöwierungen mit nicht bekannten Farbpigmenten kann es allerdings zu einem irreversiblen Farbumschlag kommen. Eine mögliche Nebenwirkung der Laserbehandlung ist zudem eine allergische Reaktion, wenn die Farbpigmente versprengt werden.

Ein nicht so tief gestochenes, einfarbiges Tattoo lässt sich wesentlich einfacher weglasern als ein aufwendiges Motiv in verschiedenen Farben. Für die Entfernung einer Profitätowierung seien nicht selten zehn bis zwölf Lasersitzungen erforderlich, so Andreas Jesper – die Kosten steigen dann rasch in vierstellige Höhe, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Viele Patienten empfinden die Behandlung als äußerst schmerzhaft, so dass eine örtliche Betäubung erforderlich wird oder Schmerzmittel eingenommen werden müssen. Nach der Behandlung bleibt das betroffene Hautareal noch zwei bis drei Monate sehr empfindlich und muss insbesondere gut gegen Sonne geschützt werden.

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