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Bei Neurodermitis, Allergie und Gürtelrose jährlich zum Augenarzt
7. Oktober 2012 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Patienten, die unter bestimmten Hauterkrankungen leiden, müssen besonders auf ihre Augen achten. So sind Allergiepatienten besonders anfällig für das Trockene Auge, in schweren Fällen von Neurodermitis steigt die Gefahr für Bindehauttumoren. Eine Gürtelrose wiederum kann durch eine Entzündung im Augeninneren schaden. Betroffene sollten daher einmal jährlich den Augenarzt aufsuchen, um sich untersuchen zu lassen. Darauf wies die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) auf dem 110. DOG-Kongresses hin, der vom 20. bis 23. September in Berlin stattfand. Menschen mit schwerer Neurodermitis entwickeln häufig Erkrankungen der Augenoberfläche, bei schweren Krankheitsverläufen steigt das Risiko für bösartige Wucherungen an der Bindehaut. „Diese Tumorvorstufen, sogenannte Präkanzerosen oder auch konjunktivale Plattenepithelkarzinome, müssen möglichst früh operativ entfernt werden – unter Umständen begleitet von Chemotherapie in Form von Augentropfen oder Bestrahlung“, erklärt Dr. med. Henrike Westekemper, Oberärztin der Universitäts-Augenklinik in Essen. Dass Erkrankungen der Haut und der Augenoberfläche häufig zusammen auftreten, liegt in der embryonalen Entwicklung begründet. Denn Haut und Auge entstammen demselben Gewebe. „Wir empfehlen Personen mit Neurodermitis daher, sich einmal jährlich beim Augenarzt untersuchen zu lassen“, rät Henrike Westekemper. Zudem sollten die Patienten zusätzliche Risikofaktoren wie starke UV-Strahlung oder Rauchen meiden, betont die DOG-Expertin.

Auch Pollenallergiker sollten auf ihre Augen achten. Denn neben den allergisch-entzündlichen Reaktionen sind sie besonders anfällig für die Ausbildung eines „Trockenen Auges“. Warnzeichen für ein Trockenes Auge sind Fremdkörpergefühl, Kratzen und Trockenheit. Aber auch das umgekehrte Phänomen kann die Erkrankung anzeigen, stark tränende Augen – worunter Allergiker ohnehin häufig leiden. „Der Augenarzt kann mit der Spaltlampe feine Veränderungen an der Oberfläche erkennen und beurteilen, ob sich ein Trockenes Auge entwickelt“, erläutert Professor Dr. med. Klaus-Peter Steuhl, Präsident der DOG und Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Essen. Abhilfe schaffen meist Tränenersatzmittel, die das Auge zusätzlich befeuchten. „Kortison sollten Augenärzte nur bei Entzündungen verordnen“, betonte Klaus-Peter Steuhl auf dem DOG-Kongress.

Schließlich kann auch eine Gürtelrose im Gesichtsbereich auf die Augen übergreifen und das Augeninnere befallen. Handlungsbedarf besteht, wenn der Ausschlag die Nasenspitze befällt. „Der Befall ist streng sektorförmig und scharf begrenzt, sieht typischerweise wie ausgestanzt aus“, erklärt Henrike Westekemper. „In diesem Fall muss der Patient unverzüglich den Augenarzt konsultieren, weil dann auch das Augeninnere gefährdet ist und bleibende Schäden bis hin zur Erblindung drohen.“ Die Ärzte behandeln die Virus-Erkrankung mit antiviralen Medikamenten und zusätzlich Kortison.

Quelle: Pressestelle Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

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