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Schuppen sind oft keineswegs „bloß ein kosmetisches Problem“
20. Februar 2014 - Björn Meyer, Webmaster

Schuppen, die auf Jackett und Bluse rieseln oder im Haar kleben, wirken ungepflegt und können ausgesprochen peinlich sein. Doch mit einer Haarwäsche ist es oft nicht getan. Denn hinter hartnäckigen Schuppen kann eine Hauterkrankung stecken, die medizinisch behandelt werden muss. Unsere Haut erneuert sich unablässig, um gesund und widerstandsfähig zu bleiben: Ständig werden neue Hautzellen produziert, wandern an die Hautoberfläche und verhornen dabei. In der Hornschicht ersetzen sie abgestorbene Hornzellen, die als winzige, kaum wahrnehmbare Schüppchen abgestoßen werden. Jedes Haar ist mit einer Talgdrüse verbunden, deren Sekret die Hautoberfläche sowie den Haarschaft geschmeidig hält. Bei verstärkter Hornzellbildung können bei besonders trockener Kopfhaut vermehrt feine Schuppen von den Haaren rieseln und werden dann vor allem auf dunkler Kleidung deutlich sichtbar. Wenn dagegen beispielsweise aufgrund einer erblichen Veranlagung, hormonbedingt oder bei Stress übermäßig viel Talg produziert wird, können vermehrte Schuppen zu gelblichen Klümpchen verkleben. Wer dann allerlei Mittelchen ausprobiert, um die Schuppen los zu werden, kann das Problem noch verschlimmern: Ohnehin trockene Kopfhaut, die zu häufig oder mit entfettendem Shampoo gewaschen wird, schuppt und juckt noch mehr. Menschen mit Neurodermitis, deren Haut sehr trocken und empfindlich ist, können auf Anti-Schuppen-Shampoos mit Hautreizungen reagieren. Bei eher fettigem Haar sind rückfettende Produkte ungeeignet. „Für die Betroffenen ist es oft nicht einfach, zwischen trockenen und fettigen Schuppen zu unterscheiden“, weiß der Bremer Dermatologe Dr. Uwe Schwichtenberg und empfiehlt, sich beim Hautarzt über die geeignete Pflege für den jeweiligen Hauttyp beraten zu lassen.

Das ist besonders wichtig für Menschen, die zu Allergien neigen: Duftstoffe beispielsweise zählen zu den häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie. Auch Haarfärbemittel können zu einer Sensibilisierung führen. Bei wiederholter Anwendung kann es dann zu heftigen allergischen Reaktionen wie Juckreiz, massiver Schuppenbildung bis hin zu Blasen und rissiger Haut kommen. Bestätigen Testungen beim Hautarzt einen Verdacht auf eine Kontaktallergie, müssen die Auslöser künftig unbedingt gemieden werden, warnt Dr. Schwichtenberg.

Übermäßige Schuppenbildung kann auch auf zahlreiche andere Hauterkrankungen hinweisen, die medizinisch behandelt werden müssen, betont der Dermatologe. Hartnäckige Schuppen sollte man daher beim Hautarzt abklären lassen - vor allem, wenn Juckreiz und Rötungen hinzu kommen. Menschen mit fettigen Schuppen leiden häufig an einem seborrhoischen Ekzem. Bei dieser Erkrankung kommt es außer an der behaarten Kopfhaut auch an Augenbrauen oder Nasenfalten und manchmal am Brustbein oder am Rücken entlang der Mittellinie zu einer Ablagerung fettiger, gelblicher Schuppen. Heute geht man davon aus, dass eine genetisch bedingte Veranlagung zugrunde liegt. In den meisten Fällen spielt der Hefepilz Malassezia eine wichtige Rolle, der auch in der gesunden Hautflora vorkommt. Bei er höhter Talgproduktion kann der Hefepilz überhandnehmen und zu Hautreizungen und Entzündungen führen, die die Schuppenbildung ankurbeln. Je nach Befund sind zur Behandlung Anti-Schuppen-Shampoos mit einem antimykotischen Zusatz ausreichend oder werden weitere medizinische Maßnahmen erforderlich. Infektionen mit anderen Hautpilzen können ebenfalls zu schuppenden Hautentzündungen führen und müssen dann gezielt mit Medikamenten behandelt werden. Auch eine Schuppenflechte (Psoriasis) kann sich an der Kopfhaut bemerkbar machen. Dabei handelt es sich um eine chronische Entzündung, die an der Haut zu einer übermäßigen Hautzellvermehrung und verdickten, schuppigen Ablagerungen führt, aber auch die Nägel und Gelenke befallen kann. Menschen mit Psoriasis benötigen eine umfassende hautärztliche Behandlung.

Kieler Dermatologe für Allergieforschung ausgezeichnet
28. Januar 2014 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Dr. Stephan Weidinger, Professor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), hat den Kanert-Preis für Allergieforschung 2013 bekommen. Die Stiftung Kanert für Allergieforschung ehrt Weidinger für ein Projekt zur Erforschung der Einflüsse sogenannter epigenetischer Faktoren auf das atopische Ekzem (Neurodermitis). Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Mit einem Erkrankungsrisiko von 15 Prozent ist die Neurodermitis eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Bei 60 Prozent aller Patientinnen und Patienten tritt diese Erkrankung bereits im Kleinkindalter auf, viele leiden zeitlebens an der Hautkrankheit. Ein großer Teil des Risikos, Neurodermitis und Allergien zu entwickeln, wird vererbt. In Wechselwirkung mit Umwelteinflüssen entwickelt sich die Erkrankung. Man geht davon aus, dass Umweltfaktoren das individuelle Epigenom, bestimmte Veränderungen an der DNA, in verschiedenen Lebensphasen beeinflussen und dadurch die Entstehung der Krankheit und deren Verlauf mitbestimmen.

„Die Epigenetik ist ein entscheidendes Bindeglied zwischen der Umwelt und den Genen. Die Entschlüsselung des Epigenoms wird uns helfen zu verstehen, wie Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft und danach das Risiko für die Entstehung allergischer Erkrankungen beeinflussen“, sagt Weidinger.

Prof. Weidinger leitet die Ambulanz der Kieler Hautklinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und beschäftigt sich wissenschaftlich seit vielen Jahren mit erblichen und umweltbedingten Faktoren in der Entstehung allergischer und chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen. Der Kanert-Preis für Allergieforschung wurde dem Kieler Dermatologen bei der Eröffnung des 29. Fortbildungskongresses „Fortschritte der Allergologie, Dermatologie, Pneumologie und Immunologie“ in Davos, Schweiz, überreicht. Er wird der alle zwei Jahre vergeben.

Quelle: Pressemitteilung Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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letztes update dieser seite: 2015-01-15 | © 2015

 
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