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Haut und Wasser
10. Juli 2014 - Dr. Bernd Salzer

Ob im heimischen Badepark oder beim Strandurlaub am Meer: Sommerliche Temperaturen locken Klein und Groß ins kühle Nass. Das Badevergnügen bedeutet für die Haut allerdings eine erhebliche Strapaze. Tipps vom Hautarzt helfen, dass die Haut dennoch gesund bleibt.

So erfrischend ein kühles Bad im Pool oder im Meer auch ist: Für die Haut bedeutet anhaltender oder wiederholter Wasserkontakt eine Strapaze. Der Säureschutzmantel und hauteigene Fette, die die Haut geschmeidig und widerstandsfähig halten, werden regelrecht ausgewaschen. „Damit verliert die oberste Hautschicht sozusagen den Mörtel, der die Hornzellen zusammenhält“, veranschaulicht Dr. Bernd Salzer vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). Durch die Hornschicht kann dann vermehrt Feuchtigkeit verdunsten, die Haut wird trocken und spannt. Chlorwasser setzt der Haut besonders zu, und auch Salzwasser strapaziert die Haut mehr als Süßwasser, erläutert der Heilbronner Hautarzt. Chlor kann außerdem vor allem an empfindlicher Haut und an den Schleimhäuten zu Reizungen führen. Die Augen sollten daher durch eine Schwimmbrille geschützt werden. Nach einem Tag am Strand oder im Schwimmbad sollte die Haut gründlich abgeduscht werden. Alkalische Seife trocknet allerdings zusätzlich aus, deshalb nur lauwarmes Wasser und allenfalls pHneutrale Syndets verwenden. Anschließend die Haut mit rückfettenden Pflegeprodukten eincremen, die auf den Hauttyp abgestimmt sind, empfiehlt der Heilbronner Hautarzt.

Bei ohnehin trockenem Hauttyp sollte das Produkt reichhaltiger sein als bei normalem Hauttyp. Bei sehr trockener, neurodermitischer Haut empfiehlt es sich, schon vor dem Besuch im Schwimmbad oder am Strand eine schützende Fettcreme aufzutragen. In die aufgeweichte Hornschicht können auch Krankheitserreger besonders leicht eindringen, warnt Salzer. Um sich nicht mit Fußpilz oder Viruswarzen zu infizieren, sollte man daher im Schwimmbad am Beckenrand, in der Duschkabine oder Umkleide unbedingt Badeschuhe tragen. Beim Strandurlaub, vor allem in tropischen und subtropischen Regionen, sollte man sich zudem nicht direkt in den Sand legen, um sich keine Sandflöhe oder Hakenwürmer (Larva migrans cutanea) einzufangen.

Vorsicht ist auch mit offenen Wunden geboten. Dass Meerwasser die Wundheilung beschleunigt, sei ein Irrglaube, so Salzer. Das Salz brennt nicht nur unangenehm. In feuchtwarmem Klima, vor allem in den Tropen, setzt die Abheilung insbesondere von infizierten Wunden nur verzögert ein. In Schwimmbädern besteht die Gefahr, dass sich eine Wunde infiziert, auch wenn dem Wasser bakterienabtötende Mittel zugesetzt werden. Je wärmer das Wasser, desto höher ist das Infektionsrisiko. Deshalb sollte man oberflächliche Wunden durch wasserdichte Pflaster schützen und bei größeren Wunden bis zur Abheilung auf das Baden verzichten. Und nicht vergessen: Am Wasser ist das UV-Licht besonders intensiv, deshalb ist ein guter Sonnenschutz unerlässlich, um nicht nur einem Sonnenbrand, sondern auch Spätfolgen bis hin zu Hautkrebs vorzubeugen, betont Dr. Salzer.

Wer diese Verhaltenstipps beherzigt, kann das Badevergnügen genießen, ohne die Hautgesundheit zu gefährden. Ein Aufenthalt am Meer kann sich dann bei manchen Patienten sogar günstig auf Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis auswirken. Stark entzündete Haut kann sich durch Salzwasser und UV-Licht allerdings auch verschlimmern. Deshalb sollten sich gerade Hautkranke vor dem Urlaub beim Hautarzt beraten lassen, so Dr. Salzer. Salzwasser und UV-Licht wird bei chronischen Hauterkrankungen therapeutisch genutzt. Der Dermatologe empfiehlt eine ambulante Balneo-Phototherapie, deren Wirksamkeit in einer groß angelegten Studie des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen wissenschaftlich erwiesen wurde und heute in vielen Hautarztpraxen angeboten wird. Dieses ärztlich kontrollierte Behandlungskonzept hat den Vorteil, dass die Konzentration der Solelösung und die Dauer des Bades sowie die Dosis des UV-Lichts, mit dem die noch feuchte Haut anschließend bestrahlt wird, genau auf die Art der Hauterkrankung, den Zustand der Haut und den Hauttyp abgestimmt werden.

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