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Handekzeme
21. Oktober 2017 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Nach dem Familienessen Töpfe und Pfannen schrubben, beim Großputz die Wohnung auf Hochglanz bringen, die Balkonkästen mit neuer Blumenpracht versehen: Haushalt und Küche können die Hände stark strapazieren. Die Folge kann ein hartnäckiges Handekzem sein. Doch mit Tipps vom Hautarzt lässt sich vorbeugen. Ob bei der Hausarbeit oder beim Werkeln im Garten, ob bei der Versorgung des Babys besondere Hygiene gefordert ist oder ob die Umzugskartons in die neue Wohnung geschleppt werden müssen: Die Hände sind tagtäglich besonders beansprucht. „Die Haut verfügt über eigene Schutzmechanismen, die sie gegen die vielfältigen Belastungen wappnet“, erklärt Dr. Erik Senger, Hautarzt in Seligenstadt: Eine äußere Barriere stellt die hauchdünne Hornschicht dar, die gegen mechanische Schädigungen schützt und sich fortlaufend erneuert. Überzogen ist diese von einem Wasser-Fett-Film, dem sogenannten Hydrolipidfilm, der ebenfalls von der Haut selbst gebildet wird und die Hornschicht geschmeidig und widerstandsfähig hält und vor dem Austrocknen bewahrt. Zudem trägt der hauteigene Säureschutzmantel dazu bei, Krankheitserreger auf der Haut in Schach zu halten.

Händewaschen, Putzen oder Geschirrspülen können den natürlichen Schutzmantel regelrecht auswaschen. In der Regel erholt sich die Haut und es gelingt ihr, den Hydrolipidfilm nach kurzer Zeit wieder herzustellen. Wer jedoch häufig mit Wasser oder gar Reinigungsmitteln hantiert, wer im Job viel Feuchtarbeit verrichtet oder mit hautschädigenden Substanzen arbeitet, kann die Regenerationsfähigkeit der Haut überfordern, warnt der Hautarzt: Die Haut trocknet aus und wird spröde, rötet sich und schuppt. „Werden die Auslöser gemieden, heilen die Hautveränderungen nach einigen Tagen meist wieder ab. Bleibt die Beanspruchung bestehen und äußere Schutzmaßnahmen zur Unterstützung der Hautfunktion fehlen, kann sich ein Abnutzungsekzem entwickeln, das mit einer schmerzhaften Entzündung und juckenden Bläschen einhergeht“, so Dr. Senger. Bei einer Abnutzung des Hydrolipidfilms wird die Haut auch anfälliger für Irritationen, sei es durch Putzmittel oder auch durch säurehaltige Lebensmittel wie Tomaten oder Zitrusfrüchte, die in der Küche verarbeitet werden. Jeder Handgriff kann dann brennen und schmerzen.

Auch Allergene können in strapazierte Haut leichter eindringen. Neben verschiedenen beruflichen Arbeitsstoffen zählen Duftstoffe zu den häufigsten Auslösern eines allergischen Kontaktekzems. „Menschen mit besonders empfindlicher Haut oder mit Neurodermitis, die mit einer anlagebedingten Beeinträchtigung der Hautbarriere einhergeht, sind besonders gefährdet, ein Handekzem zu entwickeln“, erläutert Dr. Senger. Um einem Handekzem vorzubeugen, sollten die Hände gut geschützt werden, rät der Hautarzt. Das gilt nicht nur bei beruflichen Feuchtarbeiten und berufsbedingtem Kontakt mit hautschädigenden Substanzen, sondern auch in Haushalt und Küche. Haben sich bereits Anzeichen eines Handekzems entwickelt, sollte frühzeitig eine hautärztliche Behandlung erfolgen, um einen chronischen Verlauf zu verhindern.

Tipps vom Hautarzt: Handekzemen vorbeugen
- Hände statt mit Seife mit pH-neutralen Waschsyndets reinigen, sorgfältig abspülen und gut abtrocknen. Möglichst keine Handwaschpaste oder gar Bürsten verwenden!
- Die Hände mit einem leichten Pflegeprodukt eincremen. Stärker beanspruchte Haut mit einer reichhaltigeren Handcreme pflegen und über Nacht einwirken lassen.
- Bei mechanischer Belastung, beispielsweise bei der Gartenarbeit, Schutzhandschuhe tragen.
- Bei längeren Feuchtarbeiten sind gefütterte Gummihandschuhe günstig. Allergiker sollten auf Latex-freie Produkte achten.
- Direkten Hautkontakt mit aggressiven Stoffen wie Reinigungsmitteln, Lösungs- und Bleichmitteln, Farben und Klebstoffen meiden. Einzelinterviews zum Thema können auf dem YouTube-Channel von JuDerm abgerufen werden: https://www.youtube.com/watch?v=DSJ390JAqt8

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